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INTERVIEW MIT MICKAEL (MICK) KARKOUSSE UND DAVE MARTIJN AM 13.12.2006 IM GEBÄUDE 9, KÖLN

1. Im Info steht, dass ihr als AC/DC Coverband angefangen habt. Dabei habt ihr vor ein paar Jahren gerade mal einen Song von AC/DC gecovert.

ANHÖREN (Mick & Dave, 30 sek)

„Aber es ist gut, dass es da steht, denn wir könnten eine AC/DC Coverband sein. Wir haben Schlagzeug, Gitarren, Bass, aber auch Synthesizer, also auch neue Instrumente. Und auch die Rock’n Roll- Haltung von AC/DC ist ein Antrieb für uns, nämlich einfachen Rock’n Rool zu spielen. Heute klingt das zwar anders, aber die Einstellung ist die Gleiche. Es muss einfach sein und geradeaus nach vorne gehen.“


2. Seht ihr euch heute eher als Rock-Band oder als Dance-Act?

ANHÖREN (Mick & Dave, 27 sek)

„Ich sehe uns eher als Rock-Band. Wir haben zwar Synthesizer, unsere Instrumente sind aber eher altmodisch. Unsere Einstellung kommt vom Rock’n Roll, aber wir benutzen auch Synthesizer wie im Dance-Bereich. Und wir arbeiten mit ‚breakdowns’, wie sie DJ’s einsetzen, wenn sie die Drums runterziehen und langsam wieder aufbauen, bis der Beat einsetzt. Nur - bei uns rockt das!“


3. Vor ein paar Jahren habt ihr den Nachwuchswettbewerb des belgischen Musikmagazins „Humo“ gewonnen. Hattet ihr damals den gleichen Sound wie heute?

ANHÖREN (Mick, 29 sek)

„Wir waren zwar jünger, aber die selben vier Leute. Für uns war das ein freundlicher Klaps auf die Schulter. Für uns hieß das, dass wir gut genug sind, um Unterstützung, Aufmerksamkeit und ein bisschen Presse zu bekommen. Uns war klar, dass wir danach auf jeden Fall weiter machen mussten und uns Zeit nehmen wollten, ein Album aufzunehmen und unseren eigenen Sound zu entwickeln. Vier Jahre später haben wir das Album gemacht.“


4. Ihr habt gerade erzählt, dass ihr die belgische Band Ghinzu kaum kennt, obwohl Belgien kein großes Land und die Szene übersichtlich ist. Woran liegt das?

ANHÖREN (Dave & Mick, 24 sek)

„Sie sind aus dem französischen Teil Belgiens. Wir treffen eher Bands aus Antwerpen oder Gent oder Bands aus dem Westen Flanderns. Und da hört es auf. Es ist sehr schwer, für Bands aus dem französisch-sprachigen Teil Konzerte im flämischsprachigen Teil des Landes klar zu machen. Das ist ziemlich verrückt, aber leider ist es ziemlich schwierig, diese, ja, ‚Grenze’ zu überqueren.“


5. Welches Attribut ist für einen Goose-Song das Wichtigste?

ANHÖREN (Dave & Mick, 26 sek)

„Vor allem muss es erst mal ein Song sein, wenn wir hier über Platten reden. Er muss auf einer akustischen Gitarre genauso funktionieren wie mit elektronischen Instrumenten gespielt. Das ist die Hauptsache. Und er muss Wiedererkennungswert haben. Außerdem muss das, was wir machen, beständig sein und Qualität besitzen – das ist alles. Wenn es ein guter Song ist, kann man alles damit machen.“


6. Ich habe gehört, ihr seid eine explosive Live-Band. Ich kann mir das kaum vorstellen, so ruhig, wie ihr hier vor mir sitzt.

ANHÖREN (Mick & Dave, 24 sek)

„Das sind wir auf der Bühne auch. Das ist eben das, was die Musik aus uns macht. Wir sind schon eher ruhig, wir können aber auch ganz anders. Wenn du uns z.B. 5 Stunden in einen Klein-Bus setzt, werden wir ganz schön nervös. Ja, wir sind ruhig. Aber wir wissen, wann wir Party machen können und wann wir ernsthafter sein müssen. Und jetzt müssen wir ernster sein. Das ist Arbeit!“


7. Vor kurzem habt ihr auf dem Amsterdam Dance Event gespielt. Heute Abend tretet ihr mit zwei Rockbands auf. Wo fühlt ihr euch wohler?

ANHÖREN (Mick, 28 sek)

„Wir schaffen es, die Leute auch da zum Tanzen zu bringen, wo man es nicht erwartet. In Belgien haben wir auch schon ein paar Rock-Konzerte gespielt und die Veranstalter waren jedes Mal sehr überrascht. Sie sagten, dass sie es schon lange nicht mehr erlebt hätten, dass die Leute bei einem Rock-Konzert so abgehen. Manchmal transportieren wir den Rock in die Clubs, und manchmal bringen wir etwas Club-Feeling in die Rockschuppen.“


8. Ist eigentlich der ein oder andere DJ schon auf eure Musik aufmerksam geworden?

ANHÖREN (Dave & Mick, 25 sek)

„Die Leute fangen an, es in ihre Dance-Sets einzubauen. Tiga z.B. spielt ‘Bring it on’. Wenn wir schon mal in London sind, zu Konzerten oder so, hören wir auch schon mal ‘British Mode’ in den Clubs. Es ist ziemlich lustig, als belgische Band in einem coolen Londoner Club zu sein und seine eigene Musik zu hören. Und die DJ’s wissen noch nicht mal, dass wir da sind. Das ist ziemlich cool.“


9. In England gibt es eine Reihe neuer Bands, die unter dem Begriff ‚New Rave’ zusammengefasst werden. Fühlt ihr euch denen irgendwie verbunden?

ANHÖREN (Mick, 36 sek)

„In der englischen Presse werden wir manchmal als ‚New Rave’ Band erwähnt. Aber ‚New Rave’ gibt es gar nicht. Es ist bloß ein Name, ein Begriff, ein Genre, dass sich die Presse ausgedacht hat. Wenn du dir die Musik anhörst, hat das gar nichts ‚raviges’ an sich. Die Leute sehen ein bisschen so aus: sie haben die Klamotten, die Leuchtstäbe,...aber es geht doch eigentlich um Musik. Und die Musik ist kein Rave. Es sind nur englische Rockbands, die auf der Bühne nicht ganz so bierernst sind. Nee, wir sind nicht ‚New Rave’.“


10. Wie wichtig sind euch die Texte? Die sind ja eher sloganhaft?

ANHÖREN (Mick, 24 sek)

„Da stimmt, es sind eher Slogans. Auch da habe ich mich von Dance-Music inspirieren lassen. Beim Dance hast du keine ellenlangen Sätze oder sogar ganze Geschichten. Da findest du eher wenige Schlüsselsätze oder kurze Skizzen eines Moments oder Tages. Und so habe ich die Texte geschrieben.“


11. das komplette Interview (16:47 Min.)